Guten Tag allerseits,
ich habe den Motor meiner Saxonette Classic im Rahmen einer Überholung zerlegt und tiefe Riefen an Zylinderwand und Kolben festgestellt

Es ist ein 399er Motor (einstufig, Dekoventil), und alles andere an dem Motor ist in einem guten Zustand. Nun würde es sich ja anbieten, statt eines Austauschmotors nur ein neues Motorgehäuse mit passendem Kolben zu besorgen.
Nun meine Frage: ich habe ein Inserat für ein schönes 499er Gehäuse gesehen, und so wie ich den Wiki-Eintrag zu den Motoren verstehe, unterscheiden sich die beiden ja kaum. Gehe ich also richtig in der Annahme, dass ich alle Teile meines Motors (Kurbeltrieb, Getriebewelle, Vergaser und Elektrik) einfach in das 499er Gehäuse pflanzen kann? Passen denn ansonsten auch alle anderen Gehäuse mit Einstufenmotor zu meinem 399er? Und hat vielleicht jemand günstig ein passendes Motorgehäuse für mich?
Ich bin mir sicher, dass hier im Forum bestimmt schon in einem anderen Thread die Antwort darauf stehen würde - ich bitte um Entschuldigung, falls dem so ist - ich habe es aber trotz längerer Suche einfach nicht finden können.
Liebe Grüße
Matze
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registrierenEin 499er Gehäuse zu wählen wäre sogar ein gewisses Upgrade. Der 499er hat gegenüber dem 399er einen Steg für den Simmerring getriebeseitig. Das hat den Vorteil, dass der Simmering fixiert bleibt und nicht heraus rutscht.
Ein 499er Gehäuse ist in Deinem Fall eine sehr gute Wahl.
Sieh zu, dass Du einen gebrauchten Originalkolben bzw. Markenkolben in der passenden Größe dafür bekommst. Keinen Chinakolben.
Oder gleich nach einem 499er mit Getriebe und Kurbeltrieb schauen mit Originalkolben.
In 299er, 399er, 499er und 599er Gehäuse passen sowohl Einstufen- als auch Dreistufengetriebe. In 099er und 199er nur Dreistufen Getriebe.
Gruß
Bernie
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registrierenHallo Bernie,
vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung, echt klasse!

Ich werde das Gehäuse besorgen, und habe mir schon bei Herbert den passenden C-Kolben gesichert (den letzten!

). Ich habe nämlich schon auf den Bildern vom Gehäuse gesehen, dass ein "C" eingeprägt ist. Ich werde auf jeden Fall nach der OP berichten wie es gelaufen ist.
Eine kurze Frage hätte ich noch: ich habe mangels Spezialwerkzeug das Ritzelpaket am Hinterrad mit Hammer und Meisel freigeschlagen (böse, böse!) und erfolgreich ausgebaut. Wie montiere ich das denn wieder korrekt? Einfach Ritzel ins Hinterrad einschrauben, festhalten und mit dem Hintterrad von Hand festziehen? Oder sogar wieder "festklopfen"?
Liebe Grüße
Matze
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registrierenUm antworten zu können, musst Du Dich erst
registrierenHallo Matze,
das Ritzel bei der Montage einfach handfest aufdrehen. Durch das Treten in die Pedale zieht sich das Ritzel durch den Kettentrieb dann fest.
Für die Demontage gibt es auch Abzieher für das Ritzel, sofern Du nicht die Hammer & Meisel Methode nutzen möchtest.
Schaue Dir die Videos von Herbert und Sporti an. Dort wird eigentlich alles erklärt.
https://www.youtube.com/@hfreisen/videos https://www.youtube.com/@Sporti1200/videos Ich drücke Dir die Daumen, dass der Kolben richtig passt. Funktionieren wird er, einige Chinakolben haben allerdings Untermaß und klappern etwas beim Motorlauf.
Gruß
Bernie
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registrierenVielen Dank für eure Antworten! Bei dem Ritzel bin ich mir nicht so sicher, ob das noch was taugt. Ich habe eine Dreigangschaltung, die mir ziemlich auf den Geist geht. Zwar ist der Freilauf leichtgängig, aber die Ritzelkassette eiert sichtbar
Die ganze Geometrie des Kettentriebs ist mir sowieso suspekt, im niedrigsten Gang läuft die Kette vom Umwerfer in einem sehr schrägen Winkel auf das Kettenrad. Dadurch fällt die Kette immer runter wenn man die Pedale rückwärts betätigt. Wenn man den Umwerfer aber in die andere Richtung verstellt, blockiert die Kette weil sie sich in der Führung vom Umwerfer verklemmt

Ich habe auch schon eine Fahrradwerkstatt drüberschauen lassen, dort wurde zumindest mal das Kettenrad (was ebenfalls eierte) zusammen mit der Pedalerie und Tretlager getauscht. Die meinten sie haben versucht es sauber einzustellen aber besser als so ginge es nicht.
Meine Vermutung ist, dass der ganze Kettentrieb mal bei einem saftigen Sturz eins draufbekommen hat, und dass der Umwerfer vermutlich hundskrumm ist. Ist das eigentlich ein Standardteil oder Saxonette-spezifisch?
Mit freundlichen Grüßen
Matze
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registrierenAhoi Matze,
ich hab da mal was vorbereitet:
Hinweise
http://www.svenbecker.de/saxonette/3GangNach.pdf und zugehörige "ABE"
http://www.svenbecker.de/saxonette/ABE_Ruecktritt_3Gang.pdf Das Schaltwerk ist nicht wirklich speziell,
aber es hat einen recht kurzen Käfig und
der Innen-Durchmesser des Schaltauges ist auf
13 mm vergrößert, damit die Spezial-Hutmutter
hineinpasst:

Saxo-nette Grüße
Sven
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registrierenVielen Dank Sven! Echt spitze, dass hier so rege geholfen wird
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registrierenSo, ich bin jetzt endlich dazu gekommen den neuen Zylinder und Kolben einzubauen. Läuft schon spürbar kräftiger untenraus als der alte Motor mit Riefen, aber er schwächelt ein bisschen im Leerlauf, geht immer wieder aus. Könnte mir vorstellen dass das viele Zweitaktöl bei der Montage die Zündkerze ein bisschen zugesetzt hat, die werde ich bei Gelegenheit nochmal reinigen (ist ganz neu). Am Vergaser sind alle Dichtungen neu. Vielleicht schließt das Dekoventil auch nicht richtig. Ich habe zwar einen Stopfen für das Dekoventil hier, weiß aber noch nicht genau wie ich den Stutzen am Auspuff dann verschließen soll
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registrierenMit einer Schraube
Gruß Herbert
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registrierenWenn Du das Dekovetil entfernen möchtest und anstelle einen Blindstopfen M10x1 am Zylinder montierst, dann musst Du den Schlauchanschluss an der Membranplatte mit einer Gummikappe verschließen. Sonst zieht der Motor dort Falschluft. Den Anschluss am Auspuff kannst Du ebenfalls mit solch einer Gummikappe verschießen. Diese Gummikappen gibt es u.a. im Baumarkt für unterschiedliche Durchmesser.
Gruß
Bernie
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