Anzeige:

Saxonette- und Spartamet- Forum

Zurück zu: Saxonette- und Spartamet- Forum | Kompletter Thread
Hallo
Wieder ein Neuer hier.
Ich lese schon seit einiger Zeit mit und versuche mit diesem Beitrag mal meinen Einstand.

Ich bin Bj. '67 und noch ganz gut in Schuss, was man von meinen beiden jüngeren Saxonetten leider noch nicht behaupten kann.

Ich habe gleich zwei dieser Möffchen erstanden - war ein Spontankauf in der E-Bucht.
Die eine ist eine 2001er Sachs Saxonette in Grünmetallic mit 399er Motor.
Die war bis auf eine fehlende Sattelstütze nebst Sattel komplett und rennt schon wieder. (natürlich versichert!)
Fragt sich nur wie lange - der Motor macht merkwürdigste Scheppergeräusche- aber er läuft.
Der Motor hatte beim Vorbesitzer wohl einen Brand unter dem Luftfilterdeckel.
Die Kabel des CDI waren völlig zusammengeschmort, was für mich als Elektroniker kein größeres Problem zum Reparieren war. Alles quasi wie neu und mit Schrumpfschlauch etc. auch absolut wasserdicht.
Nur woher rührt so ein Brand???
Vermute zuviel übergelaufener Sprit im Gehäuse bei Starten, dann doch angesprungen und bei der dann erfolgten Fahrt hat sich der überlaufene Sprit im Kunststoffgehäuse entzündet.
Naja, das vermute ich. Keine Ahnung ob es so war.
Ich kann den Vorbesitzer auch nicht fragen, da ich die Saxos über eine Handelsagentur erstanden habe.

Übergelaufener Sprit? ...kommt doch eigentlich nur bei undichten Vergasern vor? (Diese Baustelle möchte ich aber erst später angehen)

Egal - da kommt jetzt schleunigst ein 100% funktionierender Motor rein, denn ich brauche ab sofort immer eine fahrbereite Saxo - der Virus hat mich infiziert.:wink:
Brauche ich Euch ja wohl nicht zu erlären.

Die andere ist eine Herkules Saxonette Bj. 95 in Tannengrün-Metallic und in einem miserablen Zustand.

Miserabler Zustand heißt, sie besteht momentan aus lauter Einzelteilen.
Das intakteste ist noch der Rahmen, da gibt es nur an zwei Stellen nicht nennenswerten Rost - kein Rahmenschaden oder so.
Aber der Rest:crazy2: :
Schutzbleche: völlig verrostet und verbogen
Kettenschutz: völlig verrostet
Tretlager: ausgeschlagen
Motor: eigentlich sind es ja 2 Motoren in Teilen.
Ein 199er "20" ohne Getriebewelle, ohne Sperrklinken, sonst komplett.
Ein 399er "20" mit defekter Getriebewelle (Lagerschaden vom "Radnaben-Lager-innen" -> auf der Welle sind die Laufflächen halbseitig ausgemergelt)auch ohne Sperrklinken.

Für die Sperrklinken hatte mein Vorbesitzer scheinbar anderweitig eine bessere Verwendung.

Zurück zur Fahrbereiten, die einen leisen Motor braucht.
Also einen funktionierenden Komplettmotor, der laut Ebay "nur einen abgebrochenen Bing Vergaserdeckel hat" erworben und ... Was der Verkäufer verschwiegt ist das das wohl vor 5 Jahren passierte und der Motor seitdem mit offenen Vergaser und feucht stand.

Aber ich fang mal der Reihe nach an:
Paket kommt - Die Freude ist gross
Kompletter 399er Motor mit Hinterrad ohne Mantel.
Sieht aus wie neu, nur die Wellen zeigen aussen ein wenig Rost.
Frisch ans Werk:
Alten Bing ab, neuen Bing dran. (Man hat ja 2 Teile-Motore und die freie Auswahl zwischen 1xTK und 2xBing)
Sieht schon wieder ganz komplett aus.
Beim wiederholten Drehen der Polscheibe regt sich dann auf einmal gar nichts mehr, weder vor noch rückwärts.

Also doch Motor aufmachen und - oh Freude - der Kolben klemmt.
Warum nur?
Der Russ und Dreck im Kupplungsraum lässt schlimmeres ahnen.
Der Kolbenring ist zweigeteilt.
Nein, nicht erst gerade bei mir passiert - habe auch nicht gedreht.
Die Bruchstelle ist auch nicht frisch sondern zeigt Abgasspuren.
Laufen solche Motoren mit geteiltem Kolbenring teilweise länger, ohne als Schaden erkannt zu werden?
Zu meinem Erstaunen zeigt die Lauffläche des Zylinders nicht den geringsten Schaden.
Nächstes Problem Warum geht der Kolben bloss so schwer auf der Kurbelwelle?
Einen Augenblick später habe ich den Bolzen aus dem Kolben und die Antwort.
Das Rollenlager war auf dem Kolbenpleuel komplett festgerostet, ein Drehung des Kolbens war nur in der Presspassung der Pleuelstange möglich.
Also, neues altes Lager und Pleuel rein, neuen Kolbenring montiert und Kompression ist da.

Jetzt steht das Schätzchen -fast wie neu und gängig- vor mir und ich lese in der Reperaturanleitung auf Seite 35 im Wortlaut: "Lageraussenringe (5 und 6, Bild 63,64) mit Loctite 270 nur einen Punkt betupfen"
Würde ich ja gerne machen, aber...
Loctite 270 heißt wohl seit einigen Jahren Loctite 2701 und ist nirgends in meiner Nachbarschaft aufzutreiben.
Braucht man diese hochtemperaturfeste Schraubensicherung oder tun es auch die normalen hochfesten Sicherungslacke, die aber nur bis 150°C herhalten. Soll ja wohl auch nur das Hülsenrollenlager der Wurmwelle daran hindern, weiter weg von der Wurmwelle Richtung Gehäuse zu wandern, oder?

Dichtungsmasse Loctite 518 habe ich gelernt ist baugleich Hylomar Dichtung M (die Blaue) und sparsamst anzuwenden, um die Gertriebeentlüftung nicht zu verkleistern.

Was hat es dann noch mit der F&S Dichtungsmasse Nr. 40 auf sich? Braucht man die und wenn ja, wozu?

Achja, falls Ihr Euch fragt warum ein Neuling sich an eine Motorkomplettsanierung wagt (Die er garnicht wollte, nebenbei bemerkt). Ich bin seit etlichen Jahren Modellflieger und kenne von daher ähnliche Motoren.

Wäre nett wenn mir ein Motor-Spezi Tipps geben könnte.
Ich möchte ungern bei den letzten Arbeitschritten noch etwas falsch machen.
Drehmomente einhalten usw. ist klar.

PS.: Der Motor war soweit ich sehen konnte unverbastelt, die Fächerschraube intakt.
Dennoch war Hochtemperaturfett und das reichlich im Nabenlager bei den Sperrklinken.
Gehört das dort ab Werk rein?
Ich las nur vom HT-Fett beim Simmering neben dem Polrad.

Danke an alle geduldig Mitlesenden - ich gelobe zukünftig kürzere Beiträge und schneller auf den Punkt zu kommen.

Aber bei einem Einstand und so vielen Fragen hoffe ich ist das erlaubt.

In diesem Sinne - tolles Forum hier und bitte :hilfe:

Schöne Grüße aus Bayern
Mike
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Anzeige: