Ja, Alex, das was ich aufgeschrieben habe, ist durchaus möglich.
Was aber vorliegend noch wahrscheinlicher ist, daß es sich bei der "chemischen Zerstörung" des Schwimmers um ein Korrosionsphänomen handelt.
Augenscheinlich sind an dem Schwimmer mehrere Metalle verbastelt worden, die z.B. in Verbindung mit Kondenswasser (Ansammlung durch langjähriges Stehen) ein sogenanntes "Galvanisches Element" mit einander gebildet haben.
Es sieht so aus, als ob zumindest Stahlblech, Messing und Lötzinn (?) hierbei Verwendung gefunden haben.
Stehen mehrere Metalle miteinander und mit Wasser in Verbindung, wird das chemisch unenedelste aufgelöst.
Dies macht man sich z.B. beim Galvanisieren und auch bei der Batterie zunutze.
Das Thema kann ich hier nicht ausführlich behandeln. Kannste in Wikipedia unter "Spannungsreihe der Metalle", "elektrochemische Korrosion" oder "Galvanisieren", "Batterie" nachsehen.
Möglicherweise haben aber beide von mir beschriebenen Prozesse Hand in Hand gearbeitet bei der Zerstörung...
Gruß aus der preussischen Rheinprovinz
Mr. Mopprace
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Re: zerfressener Schwimmer
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LHasse59 -
06.05.09 21:10 Uhr
Klicks:33 Hallo,
ich beschäftige mich auch noch mit Oldtimern, die auch so einem Messingschwimmer haben. Das Problem kenne ich.
Heutzutage ist im Benzin was drin, was da nicht reingehört.
!!BIOSPRIT!! Was es auch immer ist, das frisst.
Der Beweis, besorgt Euch BIODIESEL, mach Euch Finger schmutzig mit Altöl, Kettenfett usw. Dann Finger reinhalten und abwischen.... Finger sauber, dass geht mit Waschbenzin nicht so schnell.
Dem Benzin sool demnächst noch mehr BIO hinzugefügt werden, dann werden wir sehen, wieviele Autos, die ein bisschen älter sind, ausfallen.
Aber keiner macht dagegen was, das ist deutsche Politik.
Gute Nacht
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registrierenHallo Lutz,
hab mal in Deiner Bildergalerie nachgesehen, schöne Jawa hast Du da. Ende der 50er Jahre bin ich mit einer 350 von einem Kumpel rumgedüst.
Die Jawas waren genial, da man beim hochschalten (Fußschalthebel nach unten) ohne zu kuppel rasant hochschalten konnte.
Zum Schwimmer. Ist ein gelöteter Messing oder Kupferblech- Schwimmer. Muß schon ewig im alten Benzin gestanden haben.
Hab mir mittlerweile einen neuen Vergaser zugelegt, da einzelne Schwimmer für das alte Möppelchen nicht zu haben sind.
Danke für Deinen Beitrag.
nette Grüße
Alex
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Re: zerfressener Schwimmer
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LHasse59 -
06.05.09 21:32 Uhr
Klicks:33 Hallo Alex,
Du bist aus Düsseldorf und hast Jawa gefahren?
Also zugezogen?
Auch heute noch macht es mir Spass, zu schalten ohne Kupplung, da kann man grüssen, beim Schalten und viele staunen.
Die jüngeren Mitbürger sowieso....
Gruß aus Sachsen-Anhalt LHasse59
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registrierenLutz
natürlich nicht in dieser Gegend , sondern bis 1960 in dem sächsischen Großröhrsdorf bei Dresden, noch vor der Mauer mit 18 das schöne Land DDR verlassen.
nun ja lang ist es her.
Gruß
Alex
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Re: zerfressener Schwimmer
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LHasse59 -
07.05.09 20:47 Uhr
Klicks:27 Hallo Alex ,
so war es eben!
Meine Jawa ist eine Einzylinder, der Sound ist dann eben nicht so prickelnd, aber immerhin nach den Jahren ( www. Lutz-Hasse.de)
sollte Interesse an anderem Sound bestehen bestehen, ich denke ich habe da gewisse Beziehungen, aber nicht weitersagen.....!
LHasse59
Um antworten zu können, musst Du Dich erst
registrierenWenn Ihr Euch über die von mir beschriebene Korrosion schlau machen wollt, bitte unter www.korrosion-online.de nachsehen. Ist sehr anschaulich und gut verständlich dargestellt !
Mr. Mopprace
PS: Das es sich bei der Zerstörung des Schwimmers tatsächlich um ein elektrochemisches Korrosionsphänomen handelt, kann (augenscheinlich) wie folgt begründet werden:
Der Schwimmer hat drei Metallsegmente:
1)
der obere(von Alex zusätzlich zerdepperte) Teil ist aus Eisen/Stahlblech
2)
Der mittlere Teil enthält wohl Lötzinn und
3)
Der untere Teil ist aus Messing (enthält viel Kupfer).
Da Zinn und Kupfer edlere Metalle sind als Eisen (haben gegenüber Wasserstoff ein positives (+) Redoxpotential), muß zwangsläufig das Eisen/Stahlblech aufgelöst werden. Es wird letztlich so dünn, daß man es ohne viel Kraftaufwand zerdrücken kann (wie geschehen).
So, jetzt von mir aus aber genug Philosophie zu dem zerstörten Schwimmer !
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Re: zerfressener Schwimmer
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LHasse59 -
07.05.09 21:10 Uhr
Klicks:33 Hallo,
das zerdepperte ist unten gewesen, denn die Nadelspitze ist auf der anderen Seite und die Nadelspitze ist immer oben.
Somit ist das zerstörte Teil unten und damit die längste Zeit im Benzin/Bio-Gemisch gewesen und von unten zerfressen worden.
Eine mechanische Beschädigung wäre eventuell durch einen "Tupfer" möglich und der schlägt von oben (also aus Richtung der Nadelspitze) auf den Schwimmer ein und nicht von unten.
Nach dem dargestellten Foto besteht der komplette Schwimmer aus Messingblech, der in der Mitte mit Lötzinn zusammengelötet wurde, wie damamals üblich.
Eisenblech wäre dann mit einem Magneten überprüfbar.
Ich denke aber , das die damaligen Ingenieure sich der elktrochemischen Korrossion bewusst waren und nicht drei Metallarten benutzt hätten.
Ich bleibe dabei BIOSPRIT ist der Übeltäter!
Lutz
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Re: zerfressener Schwimmer
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winfried -
07.05.09 23:00 Uhr
Klicks:29 könnte aber auch eine korrosive Versprödung des Metalls an sich sein.
Ich habe schon öfter rein aus Messing hergestellte ältere Gegenstände gesehen, die schon bei schärferem Hinschauen zerbröselten. Z.B. Brenner von alten Petroleumlampen.
Bei Zinngegenständen ist mir bekannt, dass sie zu Pulver zerfallen, wenn sie nur kalt und lang genug gelagert werden. Das entstehende grau-schwarze Zinnpulver ist wohl die stabilste Form des Zinns.
Vielleicht trifft so etwas auf Messingblech auch zu.
Gruß
Winfried
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registrierenMag sein,
Biosprit enthält Eiweisse, Eiweisse wiederum Schwefel. Viele organischen Eiweiß/Schwefelverbindungen haben Säurecharakter, d.h bringen den pH <<7.
Dennoch liegt das Hauptaugenmerk auf elektrochemischer Korrosion, da selbst die Potentialdifferenz zwischen Lötzinn und Messing ausreicht, um elektrochemische Korrosion auszulösen.
Möglicherweise gehen aber beide Prozesse Hand in Hand...
Grüsse von
Mr. Mopprace
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Re: zerfressener Schwimmer
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winfried -
11.05.09 15:23 Uhr
Klicks:31 Hallo Thomas,
ich habe ein wenig gegoogelt und einen interessanten Bericht zur Versprödung der Messingschwimmer gefunden.
http://www.acl-online.de/cms/images/stories/pdf%20newsletter/newsletter_nr._8.pdf Die Potentialdifferenz zwischen den Legierungspartnern der Messings und Kaltverformung scheinen die Ursache der Versprödung darzustellen.
Gruß Winfried
Ps: Solche Themen mit Diskussion im Forum liebe ich. Sie bringen mich dazu einmal genauer nachzuschauen und den Dingen soweit mir möglich, auf den Grund zu gehen.
Die Versprödung von Messingbrennern aber auch von Vergaserschwimmern habe ich hin und wieder beobachten können, hatte das aber bis jetzt nicht zum Anlass genommen, die Ursachen dafür zu herauszufinden.
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