Anzeige:

Saxonette- und Spartamet- Forum

Zurück zu: Saxonette- und Spartamet- Forum | Kompletter Thread
Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von Bias Bias - 12.05.11 20:37 Uhr Klicks:50
Hallo,

hatte letzten Sommer eine eigenartige Erfahrung mit meinem Vergaser (Bing) gehabt. Die Spartamet stand, durch verschiedene Umstände, drei Wochen in unserem halb offenem Gartenhaus. Es herrschte in der Zeit eine Hitzewelle. In den 3 Wochen erstand ich von Herbert eine neue Membrane, die ich wechseln musste, da die eingebaute undicht geworden war. Dieses wollte ich nach der „Ruhezeit“ dann auch sofort als erstes erledigen. Also Vergaser ab- und auseinandergebaut. Im unteren Teil des Schwimmergehäuses, am Düsensieb und im Düsenstock entdeckte ich zu meinem Erstaunen einen schleimigen, fast festen grünlichen Belag. Jegliches Benzin war verdunstet. Erst dachte ich an eine Art von Schimmel, wies den Gedanken dann aber wieder von mir. Alle Teile ab ins Ultraschall-Bad und richtig durch schwingen lassen. Alle Teile waren hinterher wieder blitzblank und der Motor startete nach dem Zusammenbau, mit neuer Membran, wie gewohnt beim ersten Zug am Handstarter. Von dieser Geschichte habe ich Herbert und Bernhard berichtet; ich denke, ihr erinnert euch schwach daran.
Nun lernte ich Mitte April, während eines Kurzurlaubes an der Ostsee, einen Menschen kennen, der sehr interessiert an meinem Möfchen war. Wir kamen ins Fachsimpeln, da er anscheinend doch einiges von 2Taktern, aber vor allem von Ölen verstand. Irgendwie erzählte ich ihm dann die Geschichte mit dem grünen Belag. Er lachte und sagte sofort:“Sie haben bestimmt Vollsynthetisches Mischöl genommen!“. Nun erklärte er mir, dass er Ingenieur im Bereich „Ölentwicklung“ sei. Weiter führte er aus, dass die Vollsynthetischen Öle heute dafür entwickelt werden, im Einspritzverfahren zu funktionieren und nicht unbedingt, um „Vorher“ in einem Tank beigemischt zu werden und möglichst lange mit dem Benzin vermischt zu bleiben. Von daher kann das bei mir aufgetretene Problem der Absonderung des Öles beim Verdunsten von Benzin durchaus normal sein. Die Vollsynthetischen Öle haben leider auch die Nebenwirkung, abgelagerte feste Substanzen im Tank bis hin zum Vergaser ab zu lösen, aber auch ältere Dichtungen anzugreifen (ich denke da an unsere kleinen schwarzen Dingerchen im Benzin....). Seine Meinung zu den Mischölen für unsere Motoren ist „mineralisch“. Begründung: der Motor wurde vor über 20 Jahren entwickelt, damals schon für 1:100 ! Und zwar für Mineralische Mischöle. Die heutigen Vollsynthetischen Ölsorten seien voll von Additiven, die für alte Motoren und ebensolche Dichtungen/Simmeringe nicht unbedingt von Vorteil wären ( wir haben natürlich fast alle schon die Simmerringe/Wellendichtringe usw erneuert, von daher also nicht schlimm). Da es heute reine Mineralische Öle nicht mehr gibt, würden Teilsynthetische Mischöle vollkommen ausreichend, ja evtl. sogar von Vorteil sein.
Lieben GruĂź aus dem sĂĽdlichen Bielefeld!
Andreas
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von Saxo Fan Saxo Fan - 13.05.11 08:05 Uhr Klicks:38
Hallo Andreas

Danke fĂĽr den Beitrag. Ich fahre auch nur Teilsynthetisches Ă–l.

GruĂź

Rainer
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von - 13.05.11 08:23 Uhr Klicks:39
Auch bei älteren Viertaktern wird im allgemeinen abgeraten vollsyntheteische Motoröle zu verwenden. Die Gründe sind ähnlich. Sie sind agressiver und lösen alte Ablagerungen, die dann zu Verstopfungen im Ölkreislauf führen können.
Ist zwar nicht Saxo, aber bestätigt die Vermutungen.
Der Saxomotor ist eine ältere Konstruktion, die im Originalzustand weit von einer Leistungsgrenze entfernt ist.( Literleistung etwa 23 PS, heutige Autos haben Literleistungen von mehr als 80 PS!)
Aber das macht ja gerade den Reiz aus, einfache Technik, einfache Pflege usw.
Ähnlich sehe ich das mit dem "Akalytbenzin". Es ist für Leute entwickelt wurden, die mit ihrer "Nase" dicht am Auspuff ihrer Arbeitsgeräte schnüffeln. Sie sollen damit geschützt werden.
Wer von uns macht das denn bei seinem Möfchen? Eher schnüffeln wir all die Abgase der uns überholenden Fahrzeuge ein und von denen fährt garantiert keiner das teure "Forstwirtschaftsbenzin".
Leistungsmäßig würde Benzin reichen mit einer weit geringeren Oktanzahl als das heute erhältliche und einen Umweltaspekt des Akalytbenzins kann ich ich bei einem Durchschnittsverbrauch bei etwa 1,3 Ltr/100km auch nicht erkennen.
Aber die Ă–lsorte und Benzinsorte muĂź halt jeder selbst entscheiden, ich wollte nur noch ein paar Aspekte in die Runde einbringen.

Übrigens, die ersten alten DDR-Trabant Modelle hatten Literleistungen von 36 PS, benötigten legiertes, mineralisches Zweitakttöl und Benzin mit der Oktanzahl 66.
Die fahren heute noch!

Reiner
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von DL7RR (verstorben) DL7RR (verstorben) - 13.05.11 08:32 Uhr Klicks:39
Ja genauso Reiner!!!
Bernhard
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von Tubal (verstorben) Tubal (verstorben) - 13.05.11 13:48 Uhr Klicks:33
Hallo Andreas,
ähnlich argumentiere ich, wenn es immer mal wieder um die Öl-Frage, Teil oder Vollsynthetisch hier geht. Die Weisheit habe ich auch von einem Ölexperten, er ist Chemiker bei der FA. Liqui Molly. Der erzählte mir, dass das teilsynthetische Öl die gleichen Anforderungen der internationalen Ölklassen erfüllt, wie das vollsynthetische ÖL. Das Vollsynthetische hätte nur noch Zusätze um auch bei höchsten Drehzahlen eines Motors, er sagte scherzhaft, jenseits der Schallmauer, bestehen zu können. Das scheint dann wohl der Zusatz zu sein der die von dir beschriebenen Ablagerungen hervorruft.
Übrigens hatte ich mal vor ca 1 ½ Jahren in einem Nachbarforum auch darüber geschrieben, eben das teilsynthetisches Öl völlig ausreicht und wurde fast gesteinigt, in privaten Mails, von einigen, dann auch noch asl Besserwisser beschimpft. Anscheinend ist man, wenn man es nicht besser weiß, immer noch der Meinung, „Viel hilft Viel“, bei dieser Einstellung muss dann Vollsynthetisch natürlich besser sein als Teilsynthetisch. Manchmal ist es eben doch hilfreich mit Experten zu sprechen.
GruĂź
Werner
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von Bias Bias - 13.05.11 16:48 Uhr Klicks:32
Hallo Werner,

ich war auch erst mit mir am kämpfen, ob ich mein Gespräch mit diesem netten Campingnachbarn und sein Wissen hier veröffentliche. Nur seine nicht von der Hand zu weisenden Argumente haben mich veranlasst, den Beitrag zu schreiben.
Gerade war ich im Wiki/Wissen am "Stöbern" und fand den folgenden Beitrag, der im Grunde genau das gleiche aussagt, wie ich beschrieben habe:( bis zum Schluss lesen )
http://www.zweitaktfreunde.org/datensammlung/anleitungen/grundwissen/zweitaktoel.pdf

Lieben GruĂź!
Andreas
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von pehas pehas - 13.05.11 17:51 Uhr Klicks:31
Endlich bekomme ich so ein Basiswissen zu Frage "Welches Ă–l?"
Danke !!:outofthebox:
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von DL7RR (verstorben) DL7RR (verstorben) - 13.05.11 17:56 Uhr Klicks:32
Na Andreas,ich bin doch bezogen auf den letzten Absatz nicht vom wilden Affen gebissen und entsorge mein 2 T Ă–l.

Das Öl wurde im Jahre 2000 für mein Roller gekauft und wird auch bis zum Ende benutzt.Bisher habe ich keine Nachteile diesbezüglich gehabt,alles läuft wie geschmiert.

Denn was machen denn die Händler die wegen etwaiger Preisnachlässe größere Mengen an Öl kaufen das dann in den einzelnen Geschäfte bis zum St. Nimmerleinstag zum Verkauf rum steht.

Also ich verbrauche mein Ă–l bis zum letzten Rest!!!

Liebe GrĂĽĂźe Bernhard
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von Tubal (verstorben) Tubal (verstorben) - 13.05.11 19:16 Uhr Klicks:28
Hallo Bernhard,
was hast du da für ein Öl, Mineralisches? Du brauchst doch das Öl nicht wegwerfen, wenn es keine Probleme macht, würde ich es auch bis zu Schluss benutzen. Das was die Fachleute gesagt haben ist doch nur ein Rat, eben das vollsynthetische Öle für unser Möfchen nicht nötig sind. Und da das Halbsynthetische Öl wesentlich billiger ist, uns auch noch hilft Geld zu sparen.
GruĂź
Werner
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von DL7RR (verstorben) DL7RR (verstorben) - 13.05.11 19:24 Uhr Klicks:30
Das weiĂź ich nicht lieber Werner,
ich habe in weiser Voraussicht als ich den Roller gekauft hatte auch gleich 5 Liter Ă–l bei dem Besitzer einer Reparaturwerkstatt lose im 5 Liter Kannister erstanden.

Daher kann ich nicht sagen um was es sich fĂĽr eine Ă–lsorte handelt.

Da alles bestens damit läuft,und auch nicht übermäßig stinkt fahre ich es auch weiter.


Bernhard
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von Bias Bias - 14.05.11 18:01 Uhr Klicks:30
>>Wie lange ist Motoröl haltbar?<<

Lieber Bernhard,
die Aussage von den Ölherstellern, das Öle, auch in geschlossenen Gebinden nicht länger als 4 Jahre zu lagern seinen, konnte ich nicht nachvollziehen.
Habe deshalb länger im weltweiten Netz gestöbert und überall folgende sinngemäß gleichlautenden Aussagen von Firmen, aber auch 2takt Experten gefunden:

Im ordnungsgemäß verschlossenen Originalgebinde lassen sich Motor- bzw 2taktöle relativ lange lagern. Alle Hersteller empfehlen, eine Zeit von drei bis maximal fünf Jahren nicht zu überschreiten. Bei längerer Lagerdauer könnten Bestandteile der im Öl gelösten chemischen Additive ausfällen. Dies gilt sowohl für synthetische als auch mineralische Motoröle. Bei "Überlagerung" soll dann eine geleeartige Substanz im Öl zu finden sein.
In angebrochenen Gebinden sollte die Lagerungszeit für diese Öle ein halbes Jahr nicht überschreiten. Jedes Gebinde "atmet" infolge wechselnder Umgebungstemperaturen, d.h. es zieht Außenluft mit entsprechender Luftfeuchtigkeit ein. Dies verringert durch chemisch-physikalische Reaktionen mit den Additiven die Leistungsfähigkeit des Motoröls.
Da wir selbst mischen, würde uns eine Veränderung der Ölsubstanz aber sofort auffallen. Steht denn auf den original Gebinden/Dosen/Kanistern ein Herstellungs- oder Abfülldatum? Sonst kann es ja keiner feststellen, einen „Ladenhüter“ gekauft zu haben.
Lieben GruĂź!
Andreas
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: Ablagerungen im Vergaser - Thumbnail von DL7RR (verstorben) DL7RR (verstorben) - 14.05.11 19:08 Uhr Klicks:36
Nee lieber Andreas,
ich hatte ja einen Kanister mitgenommen und der Händler hat mir aus der Tonne 5 Liter abgefüllt.

Gelartige Ausfällungen konnte ich bisher nicht feststellen und somit fahre ich damit auch weiter!!!

Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir!!!!


Bernhard
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Anzeige: