Anzeige:

Saxonette- und Spartamet- Forum

Zurück zu: Saxonette- und Spartamet- Forum | Kompletter Thread
"Saxonette restaurieren ... für Dummies" - Thumbnail von Micha Micha - 17.09.11 23:35 Uhr Klicks:76
Hallo zusammen,

Nachdem ich jetzt über ein Jahr immer recht rat- und mutlos um meine damalige Neuanschaffung (Saxonette mit BING) herumgeschlichen bin, habe ich mich jetzt ENDLICH mal an diese Aufgabe herangetraut. In meiner Vorstellung für 'neue Mitglieder' (http://www.hilfsmotor.eu/forum/Saxonette_und_Spartamet/thread/28463/post/32826/#fpost32826) hatte ich ja schon geschrieben, dass ich bei Ebay offenbar ziemlichen Schrott gekauft hatte (typisch Newbie); jetzt versuche ich, dieses kleine Häufchen Elend wieder aufzupäppeln. Natürlich bin ich bei diesen ersten Schritten recht unsicher - ich hatte nie ein Mofa o.ä. und würde mich natürlich freuen, wenn jemand mich von Dummheiten abhalten kann. Bspw. beim...

== Vergaser! ==
Solange ich die Saxonette habe, ließ sich ganz gut anziehen; 1-2x ziehen reichte. Den Choke brauchte sie dazu kaum, auch wenn es kalt war. Dafür ging sie i.d.R. nach einer halben bis max. 2 Minuten aus - egal, wie wenig oder viel Gas/Choke man gab. Sie nahm auch kein Gas mehr an und brachte auch keine Leistung, und ich konnte dann entweder bis zum nächsten Tag mit dem nächsten Anziehen warten oder rund 50x bei geschlossenem Benzinhahn ziehen, bevor sie wieder etwas von mir wissen wollte und ansprang.

Dieses Verhalten habe ich insgesamt so gedeutet, dass der BING ein viel zu fettes Gemisch liefert. Hier im Forum stand, dass u.U. auch die Zündspule als Überltäter in Frage käme, aber ich glaube, das trifft hier nicht zu. Wenn ich mich bspw. so auf den Tank setze, dass ich mit der rechten Hand den Gashebel und mit links den Benzinhahn bedienen kann, dann kann ich problemos 15 Minuten herumtuckern, sofern ich den Benzinhahm immer rechtzeitig auf- und zudrehe, damit die Saxonette weder absäuft noch verhungert.

Heute habe ich (mit etwas Lampenfieber) den BING demontiert. Das Ding war furchtbar dreckig, und die Membran sieht m.E. auch nicht gut aus. Ich würde gerne wissen, ob ich diese Membran auswechseln muss, denn die beschädigten Schieberdurchlässe (auf dem Foto oben, besonders am Gasschieber) bedeuten m.E. ja, dass das Benzin auf 'Umwegen' in das Innere des Metallgehäuse fließen kann, und von dort kann es dann beim Chokeschieber (der ja nicht so dicht schließt wie der Gasschieber) noch vor der Zerstäuberdüse in den Luftstrom eintreten.


Ich weiß nicht, ob diese Schlussfolgerungen richtig sind; aber es würde auch zum Umstand passen, dass manchmal Benzin aus dem Vergaser läuft, wenn ich den Hahn nicht schließe; das sollte die Membran doch eigentlich verhindern, oder?

http://www.bilderload.com/bild/140820/bingmembranplatteP2WZO.jpg


Herzliche Grüße aus Hamburg & schönes WE,
Michael
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: "Saxonette restaurieren ... für Dummies" - Thumbnail von - 18.09.11 08:34 Uhr Klicks:64
Hallo micha,
schönes Bild von einer (fast) defekten Membran.
So kaputt ist die gar nicht.
Die beiden deformierten Löcher von Gas- und chokeschieber sehen nicht schön aus, dürften aber m.E. keinen großen Einfluß auf das Laufverhalten haben, es besteht höchstens die Gefahr das etwas Nebenluft gezogen wird, durch zwei gut sitzende Schaumstoffringe auf beiden Schiebern, wie sie sonst nur auf dem Chokeschieber sitzen dürfte das Problem behoben sein.
Nun aber zum eigentlichen Problem.
Der Stift sitzt normalerweise fest eingeklebt im Zentrum der Membran, ist er lose kann durch ein winziges Loch der Membran das Benzin durch die Membran ins Vergaserinnere gelangen, das führt dann zu deinen beschriebenen Symptomen, sie läuft zu fett, sie kann absaufen, schlimmstenfalls tropft der Vergaser usw.
Der beweglich runde Gummiteil wird beim Ausmachen des Motors über den Stift und den Chokeschieber nach oben gedrückt und verschließt die Benzinzufuhr, funktioniert also wie ein Benzinhahn, in Stellung 1 und 2 gibt er den Weg zum Schwimmer frei.
Die einzige Möglichkeit besteht darin diesen Stift wieder, dicht, in das Gummi einzukleben.
Der Kleber muß benzin- und ölfest sein.
Gut geeignet ist der vielsprochene J.B.Weld, aber andere Ein-oder Zweikomponentenkleber werden sicher auch funktionieren.
Kriegst du das nicht hin, wird eine neue Membran fällig, oder ein Umbau auf " membranlos", allerding sollte dein Möfchen dann einen Benzinhahn haben.
Grüße aus dem verregenten Brandenburg, Reiner
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: "Saxonette restaurieren ... für Dummies" - Thumbnail von Micha Micha - 18.09.11 10:29 Uhr Klicks:56
Guten Morgen Saxo52/Reiner,


Vielen Dank dafür, dass Du meinen Beitrag gelesen hast. :danke:

Den Klebstoff J.B.Weld kannte ich noch nicht. Teuer, aber offensichtlich sehr gut.

Die erste Idee war natürlich Sekundenkleber (Cyanacrylat), weil man den ohnehin zuhause hat. Ich habe etwas in den entsprechenden Produktblättern gestöbert und gelesen, dass der Kleber temperaturstabil bis rund 270 Grad ist, aber polare Lösemittel (wie Wasser) nicht mag. Cyanacrylat löst sich, wenn man ihn elektrisch geladenen Lösemitteln wie Wasser aussetzt; Benzin ist aber nach außen hin elektrisch neutral (das liegt wohl an dem berühmten Benzol-Kohlenstoffring der Benzinmoleküle, die ihre Ladungsenergie sehr gleichmäßig verteilen und so neutralisieren) und greift den Kleber deshalb nicht an. Ich werde deshalb vorerst den Sekundenkleber nehmen und euch dann berichten, wie es geklappt hat.

Das nächste Problem sind die Schaumstoffringe zur Abdichtung, die ich leider nicht habe. "Nebenluft" gibt's nicht - schon aus Prinzip. ;-) Zumindest den Gaszug sollte ich wohl besser abdichten, vorerst mindestens versuchsweise.

Das Einzige, was ich aus Kautschuk dahabe, ist ein alter Fahrradschlauch. Wie auf dem Foto zu sehen war, sind die entsprechenden Löcher in der Membran ja etwas eingesenkt (warum eigentlich?) Ein präzise geschnittenes Rosettenstückchen, dass in diese Einsenkung geklebt wird, könnte für einen ersten Versuch genügen; die Bohrung stelle ich her, indem ich das Gummi für die Ständerbohrmaschine zwischen zwei Holzstücke spanne.


Erstmal sehr herzlichen Dank für die wertvolle Info ("ist er lose kann durch ein winziges Loch der Membran das Benzin durch die Membran ins Vergaserinnere gelangen"). Da wäre ich vermutlich nicht oder nur spät drauf gekommen.

Herzlichen Dank & schönen Sonntag aus Hamburg!
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: "Saxonette restaurieren ... für Dummies" - Thumbnail von Micha Micha - 18.09.11 11:03 Uhr Klicks:53
So sieht die Membran jetzt aus:

http://www.bilderload.com/bild/140900/bingmembranplatterepUFW4E.jpg

Mal sehen, was es gebracht hat..
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Re: "Saxonette restaurieren ... für Dummies" - Thumbnail von 1ich23 1ich23 - 18.09.11 11:30 Uhr Klicks:49
guten morgen micha.die originalen (unscheinbaren) schaumstoffringe hab ich bei herbert gekauft.die haben auch einfluß auf ein stabiles standgas.grüße aus cottbus gerhard
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Teil 1 hat geklappt - Thumbnail von Micha Micha - 18.09.11 13:34 Uhr Klicks:51
Guten Tag 'ich23',

Danke für den Hinweis. An Herberts Saxonettenladen kommt man wohl (zumindest längerfristig) nicht vorbei.

Die Membran scheint wieder zu funktionieren; bin gerade rund 5km gefahren, ohne dass es irgendwelche Probleme gab. Sehr schön und nochmals Danke an Saxo52 und die Forumteilnehmer hier, an deren Beiträge ich heimlich mitgelesen und gerlernt habe.

Ich glaube, ich hätte evtl. die Bohrung einen 1/2 Millimeter größer machen sollen. Der Gaszug scheint ein wenig zu klemmen - aber ich kann nicht wirklich sagen, ob es tatsächlich die zu stramme Bohrung ist oder ein vergammelter Bowdenzug; jedenfalls lässt sich das Standgas nicht so genau einstellen, wie ich das gerne hätte. Aber vielleicht bin ich einfach zu pingelig.

Weiterhin schönen Sonntag!:wink:
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Nachdem der Vergaser wieder funktioniert, möchte ich mich gerne um die Elektrik kümmern.

Die Ausgangslage sieht leider ziemlich traurig aus: Der Akkukasten ist Kernschrott - weil die Anschlussstecker fehlen, der Kasten einen Riss hat und der Deckel weg ist. Das Relais geht nicht mehr, der Zündschlüssel fehlt und das Rücklicht wird nur noch von Tesafilm und Hoffnung zusammengehalten. Selbstverständlich fehlen auch Akku und Ladegerät. Der Dynamo ist zwar vorhanden, aber weitgehend vergammelt.


Ein indianisches Sprichwort sagt: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest - steig ab.

Ich sehe wenig Sinn darin, den gesamten Unsinn wieder aufzubauen. Zum Einen gefällt mir das Akkuprinzip nicht: Warum den Akkupack technisch halbieren und 6V fürs Licht abzwacken? Als leidenschaftlicher Modellflieger sträuben sich mir bei solchen Spielchen sofort die Haare, denn natürlich wird man den Akkupack bei dieser asymmetrischen Lade-/Entladeprozedur in Rekordzeit vernichten. Dann gefällt mir nicht, dass die Lichtmaschine nur 6V bringt, während ich 15V für's Laden der Akkus bräuchte. Autonomie gewinne ich so eh nicht; ich werde immer vom Ladegerät abhängig sein. Der Dynamo löst dieses Problem nicht, sondern verzögert nur dessen Auswirkungen. Dann gefällt mir der Akkutyp nicht: NiCd ist giftig und hat den unsäglichen Memory-Effekt, ist dafür aber hochstromfähig. NiMH hat keinen Memory-Effekt, hält aber auch nicht so lange und hat besonders bei Kälte Probleme, genügend Leistung zu bringen.


Ich habe mich deshalb entschlossen, die ganze Sachs-Lösung sausen zu lassen und was Eigenes zu basteln. Der Plan läst sich so skizzieren:

Beleuchtung: Ich stelle die Beleuchtung auf 12 V um, d.h. die Birnchen werden auf 12V 4W/1,2W umgestellt. Das macht 5,2W = 0,4 A insgesamt; der (unten beschriebene) Akku kann also bei 50% Entnahmekapazität das Licht 5 Stunden betreiben. Das reicht.

Akku: 12V Bleiakku mit 4,5 Ah in einem eigenen Kasten. Der Akku ist wartungsfrei.

E-Start: Ich verzichte auf das Relais und benutze stattdessen einen geeigneten Taster, um den E-Motor zu aktivieren.

Kosten: rund 25 Euro plus Bleiakku-Ladegerät.

Hat jemand etwas Ähnliches schon durchgeführt oder andere Lösungen gefunden?
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Hallo Micha,

laut Paragraphen 67 der STVZO sind 12 volt Lichtanlagen an Fahrrädern noch nicht zulässig,da würde lch vorsichtig sein.

Gruß Camillo
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Die Idee ist gut, aber bedenke, das in D Land die Lichtanlage immer noch über einen Dynamo oder ähnliches laufen muss.

Warum stellst du nicht auf LED Licht um?
Ist einfacher und verbraucht viel weniger, das ganze an den Seiten Dynamo und dem Gesetz ist genüge getan.

Dann der Blei Acku für den Starter, und du Ärgerst dich krumm wenn er dauernd defekt ist.
Du braucht was Hochstromfähiges bei E Bay gibt es ACCU Packs die sind günstig und du kannst ohne laden mindestens 40-50 mal starten.

Ich habe mir bei Conrad Elektronik einen Accu mit 12 V und 3200 mA bestellt der hält so lange.
Erwin
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
@Camillo: Danke für den Hinweis. Da hast Du leider Recht:

"§67 Lichtechnische Einrichtungen an Fahrrädern

(1) Fahrräder müssen für den Betrieb des Scheinwerfers und der Schlußleuchte mit einer Lichtmaschine ausgerüstet sein, deren Nennleistung mindestens 3 W und deren Nennspannung 6 V beträgt (Fahrbeleuchtung). Für den Betrieb von Scheinwerfer und Schlußleuchte darf zusätzlich eine Batterie mit einer Nennspannung von 6 V verwendet werden (Batterie-Dauerbeleuchtung). Die beiden Betriebsarten dürfen sich gegenseitig nicht beeinflussen."


Mistmistmist.
Allerdings: "dürfen sich gegenseitig nicht beeinflussen." Wie stellen die sich das vor? :eek: Außerdem haben wir mit der Sxo ja auch kein Fahrrad, sondern ein Leichtmofa. Deshalb gilt m.E. hier die StVRAusnV, und da steht:

"1.7 Lichttechnische Einrichtungen: müssen in amtlich genehmigter Bauart ausgeführt sein; folgende
Auflagen müssen erfüllt sein:
a) Ein Antrieb der Lichtmaschine, der auch nur eine kurzzeitige
Unterbrechung der Stromerzeugung nicht erwarten läßt (=unterbrechungsfreies Licht).
b) Eine Schaltung, die selbsttätig bei geringer Geschwindigkeit
von Lichtmaschinen- auf Batteriebetrieb umschaltet (Stand-
beleuchtung).
c) Ein Großflächen-Rückstrahler, der mit dem Buchstaben "Z"
gekennzeichnet ist.
d) Ein Scheinwerfer, der der Nummer 23 Abs. 5 Ziffer 2 der
Technischen Anforderungen an Fahrzeugteile bei der Bauart-
prüfung nach § 22a StVZO (VkBl. 1983 S. 617) entspricht. "

Zwei Dinge sind festzuhalten:
- Gefordert ist nur die Lichtmaschine mit mind. 3W. Eine Spannung ist hingegen nicht genannt. Ein Verweis auf die Ordnung für Fahrräder ist nicht vorhanden. Die Spannung muss also nicht 6V betragen! Gutgut...
- Der Zankapfel kann also darin liegen, wann die "geringe Geschwindigkeit" vorliegt. Für mich ist alles unter 120km/h "gering". *lol*

Naja, Spaß beiseite. So geht's natürlich nicht.
Aber: Ich darf die 12V-Batterie für die Beleuchtung benutzen. Der Dynamo muss ja aber leider bleiben. Im Endeffekt wird es also wohl auf einen Spannungsteiler hinauslaufen, der für die Lämpchen 12V zu 6V macht. Rück- und Frontlicht gibt es ja mit fertigen Schaltungen.

Oh mann, wie ich diese kleinkarierten Gängelungen verabscheue! Hätte man Banken genauso reguliert wie die Birnchengröße am alten Damenrad von Oma Kusemeier, ....


Ohne Relais wird es im Übrigen wohl doch nicht gehen. Der Einschaltstrom beträgt (gemessen) bis zu 75 Ampere. Das ist zuviel. Ein Relais kostet aber auch nicht die Welt, bspw. http://www.conrad.de/ce/de/product/504209/RELAIS-12VDC-GRL-S-112DF/SHOP_AREA_17289&promotionareaSearchDetail=005.
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Wenn es mir auf eine gute Beleuchtung und eine anständige Elektrische Anlage ankommt, lasse ich das Gesetz gerne mal außer acht.

ABE-Treu beim Thema Geschwindigkeit zu sein sehe ich ja noch ein, aber wenn es doch "nur" um die Beleuchtung geht. Die 12V Lämpchen werden ja mindestens genau so hell sein wie die 6V.

Gruß, Timo, der den Umbau gut fände:up:
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Ich denke auch, das manchmal die Gesetzestexte gar nicht so schnell aktualisiert werden können, wie die Technik voranschreitet.
Ist sicher auch kostenintensiv ständig die Vorschriften und Regeln auf den neuesten Stand zu bringen.
Aber nichts desto Trotz gelten sie.
Wobei ich nicht glaube, das bei einer Kontrolle die Polizei bemäkeln würde, das man für gute Beleuchtung gesorgt hat
Eher im Gegenteil.
Reiner, der auch für alles Neue offen ist
Um antworten zu können, musst Du Dich erst registrieren
Anzeige: